Heute vor 200 Jahren, am 7. Mai 1810, wurde der Kaufmann und Unternehmer Franz Ludwig Gehe in Merkwitz bei Leipzig geboren. 1835 gründete er in Dresden die älteste heute noch eigenständige pharmazeutische Großhandlung in Deutschland: Celesio, einen heute international führenden Pharmahandels- und Dienstleistungskonzern, dessen Tochter GEHE hierzulande immer noch den Namen ihres Gründers trägt und mit einer großen Niederlassung in der Gründerstadt vertreten ist. Den Pharmagroßhändler freut besonders, dass das berufliche Schulzentrum für Wirtschaft III in Dresden nun den Namen „Franz Ludwig Gehe“ trägt. Dies hat der Stadtrat gestern beschlossen.
GEHE-Chef André Blümel gratuliert: “Den neuen Namen haben die Schülerinnen und Schüler der Schule selbst angeregt, unabhängig von uns. Das ist eine große Ehre für unseren Firmengründer der zeitlebens sozial engagiert war und sich vor allem in der allgemeinen Bildung einen Namen über Dresden hinaus gemacht hatte. Dass eine lange Wertediskussion unter den Schülern zu Franz Ludwig Gehe führte, macht uns sehr stolz und spornt uns gleichzeitig an. Ich möchte den Schülerinnen und Schülern, dem Kollegium, der Schulleitung der Schule und der Stadt Dresden sehr herzlich dafür danken.“
Heute ist der Hauptsitz in Stuttgart, aber die Dresdner Wurzeln sind nicht vergessen. Erst am vergangenen Freitag feierten Celesio und GEHE im Beisein des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und dem 1. Bürgermeister Dresdens, Dirk Hilbert, mit einem Festakt in der Unterkirche der Frauenkirche das 175-jährige Firmenjubiläum.
Auf der Hauptversammlung der Celesio AG am Donnerstag bestätigte der Vorstandsvorsitzende Dr. Fritz Oesterle seine Zuversicht für das laufende Jahr: „Wir sind für das Jahr 2010, in dem unser Unternehmen sein 175-jähriges Bestehen feiert, optimistisch. In Europa gehen wir von einer zumindest leichten konjunkturellen Erholung und davon aus, dass es – trotz Griechenland - keine Verwerfungen in den Währungsrelationen geben wird. Unter dem Strich erwarten wir, dass das EBITDA auf Euro-Basis im laufenden Jahr über dem Niveau des Jahres 2009 liegen wird. Wir sehen uns im Jahr 2010 also auf Wachstumskurs und auf Linie mit unserer Agenda 2015.“ Eine große Zahl von Initiativen und Projekten soll mittelfristig dazu beitragen, die Profitabilität der Geschäfte zu erhöhen. Dies wird beispielsweise durch Optimierung von Prozessen im Großhandel, durch Verbesserung der konzernweiten Einkaufsprozesse oder durch Zusammenfassung von Funktionen einzelner Bereiche erfolgen.
Als Beispiel für die Optimierung des Portfolios nannte Oesterle den Einstieg in Brasilien mit dem Erwerb der Mehrheit an Panpharma, der Nummer eins im brasilianischen Pharmagroßhandel, im vergangenen Jahr. „Dieser Schritt ist genau richtig gewesen“, sagte Oesterle. Celesio habe sich damit auf Anhieb eine führende Position in einem stark wachsenden Markt mit relativ geringer Regulierung verschafft und gleichzeitig die Fremdwährungsbasis verbreitert und so die Abhängigkeit von der Währungsentwicklung des britischen Pfund reduziert. Panpharma habe im vergangenen Jahr die Erwartungen erfüllt, betonte Oesterle, und es sei davon auszugehen, dass sich die positive Entwicklung im Jahr 2010 fortsetzen werde.
Der Arzneimittelversandhandel hat im vergangenen Jahr im Bereich der rezeptfreien Medikamente und Gesundheitsmittel ein Umsatzwachstum von 31,6 Prozent im Vergleich zu 2008 verzeichnet. Dies erklärte Ralf Voigt, Senior Manager von IMS Consumer Health im Rahmen seines Vortrages beim 3. Kongress des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA) in Berlin. Demgegenüber hatte der Gesundheitsmarkt insgesamt lediglich ein Umsatzplus von zwei Prozent. Die Verbraucher kaufen offensichtlich selektiv im Versandhandel und bevorzugen bestimmte Produkte. So werden vor allem starke und hochpreisige Marken im Versandhandel nachgefragt, so dass auf die Top 10 Produkte 24 Prozent des Versandapothekenumsatzes entfallen Hierzu gehören Produkte wie Voltaren, Tebonin, Wobenzym, Gingium, Orthomol und Aspirin.
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