Celesio und Medco, zwei international führende Dienstleistungsunternehmen im Pharmamarkt, haben am Montag die Gründung eines Joint Ventures bekannt gegeben. Mit sektorübergreifenden Lösungen will es langfristig die Qualität der Gesundheitsversorgung von Patienten erhöhen und zur Reduzierung der finanziellen Belastung von Kostenträgern im Gesundheitswesen in Europa beitragen. Das Joint Venture Medco Celesio B.V. mit Sitz in Amsterdam gehört den beiden Muttergesellschaften zu gleichen Teilen und vereint die Stärken von Medco und Celesio in der Arzneimittelversorgung und -therapie. Das Unternehmen wird sich auf innovative, sektorübergreifende pharmazeutische Dienstleistungen für Patienten mit chronischen oder komplexen Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, hohen Cholesterinwerten und Herzerkrankungen konzentrieren. Dadurch soll die Therapietreue, also die Befolgung der ärztlichen Anweisungen, erhöht werden und die Versorgung durch mehrere Leistungserbringer integriert werden. Dies wird zu höherer Patientensicherheit und verbesserter Effizienz im Gesundheitswesen beitragen.
Das neue Unternehmen wird eng mit Apotheken, gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern, Kostenträgern, medizinischen Leistungserbringern und deren Dachorganisationen, Pharmaherstellern, Patientenverbänden und führenden Forschungsinstituten zusammenarbeiten. Präsenzapotheken werden unter anderem unterstützt, indem fortschrittliche Analyse- und Beratungshilfen bereitgestellt werden, mit denen die Therapietreue der Patienten verbessert werden kann. Kassen erhalten finanziell nachhaltige Modelle zur Gesundheitsversorgung, Patienten innovative Dienstleistungen für einen aktiven, informierten und selbstbewussten Umgang mit ihrer Krankheit. Pharmahersteller werden unterstützt den Therapienutzen zu erhöhen, indem Patienten die jeweils wirksamsten Medikamente erhalten.
Weil in Medco/Celesio B.V. auch die Versandhandelsaktivitäten von DocMorris und Europaapotheek Venlo, bisher im Medco-Besitz, gebündelt werden, betonte Celesio-Chef Dr. Fritz Oesterle in Berlin zudem, dass man gegen ein gesetzliches Pick-Up-Verbot, wie es die Bundesregierung plant und die Europaapotheek angekündigt hatte, nicht vorgehen wird.
Das Bundesverwaltungsgericht hat gestern entschieden, dass die Abgabe von Arzneimitteln über ein Apothekenterminal zum einen unzulässig sei, soweit es verschreibungspflichtige und verschriebene Arzneimittel betreffe, weil in diesen Fällen den gesetzlichen Dokumentationspflichten des Apothekers nicht genügt werde. Er müsse die Angaben auf dem Rezept bei der Abgabe des Arzneimittels abzeichnen und eventuelle Änderungen unterschreiben; das sei bei einer automatisierten Abgabe über ein Terminal nicht möglich. Zum anderen sei der Betrieb der Abgabeterminals unzulässig, soweit die Geräte nicht von dem Personal der Apotheke, sondern über ein Servicecenter bedient würden. Der Apotheker sei nach dem Apothekengesetz zur persönlichen Leitung der Apotheke in eigener Verantwortung verpflichtet. Die durch das Apothekengesetz bewirkte Einschränkung der Berufsausübungsfreiheit nach Art. 12 Abs. 1 des Grundgesetzes sei durch die vom Gesetzgeber bezweckte Sicherheit der Arzneimittelabgabe gerechtfertigt.
Frauen halten große Stücke auf das Wort der Apotheker. Das zeigt sich in der gerade veröffentlichten Brigitte-Studie, die Einstellungen und Meinungen der Frauen zwischen 14 und 70 erforscht. 80 Prozent sagen darin klipp und klar: "Ich vertraue den Empfehlungen meines Apothekers". Zwei Drittel aller Frauen (69 Prozent) kaufen ihre Medikamente dabei immer in derselben Apotheke ein. Und dieses Vertrauen zahlt sich für die Apotheker auch in Euro und Cent aus. So greift jede zweite Frau (51 Prozent) zu frei verkäuflichen Arzneimitteln, bevor Sie zum Arzt geht. Und immerhin 41 Prozent lassen sich lieber erst von ihrem Apotheker beraten, statt sich ins Wartezimmer zu setzen. 58 Prozent geben außerdem an, zum Kranksein keine Zeit zu haben. 41 Prozent der befragten Frauen könnten sich daher vorstellen, ihre Medikamente auch im Drogeriemarkt zu kaufen. 44 Prozent der Frauen waren überdies der Meinung, Kosmetik aus der Apotheke sei besonders gut. Und immerhin 25 Prozent bevorzugen deshalb Apotheken, die sich durch ein besonders umfangreiches Angebot an Kosmetik auszeichnen.
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