Das Sommerloch ist der Teil des Jahres, in dem es für Zeitungen traditionell wenig zu berichten gibt. Zeit also für jene Politiker aus der zweiten Reihe, sich zu Dingen zu äußern, zu denen zwar alles schon gesagt wurde, aber noch nicht von allen. Thema heute: Dicke sollen für Gesundheit zahlen. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, hat jetzt die Forderung des CDU-Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz nach höheren Krankenkassenbeiträgen für Übergewichtige scharf zurückgewiesen. "Das ist ein durchweg schwachsinniger Vorschlag", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Schließlich litten viele Übergewichtige unter Stoffwechselstörungen. "Er liegt auf der Linie von Union und FDP. Dort scheint man sich jeden Tag Gedanken zu machen, wie man aus der Tasche des Bürgers noch etwas herausbekommt."
Die Gesundheitspolitik wird derzeit als eines der wichtigsten politischen Themen empfunden. Das ergibt sich aus dem aktuellen ZDF-Politbarometer (Juli 2010). Die Gesundheitspolitik wird jetzt von 20 Prozent der Befragten genannt, im Vormonat waren es nur 6 Prozent. Bei der Beurteilung der kürzlich vom Bundeskabinett beschlossenen Gesundheitsreform sind sich die Bundesbürger einig wie selten: Lediglich 12 Prozent finden es richtig, dass die Finanzierungslücke bei den gesetzlichen Krankenkassen überwiegend durch Beitragserhöhungen geschlossen werden soll und 85 Prozent halten das nicht für richtig (weiß nicht: 3 Prozent). Insbesondere wird die Zukunftstauglichkeit dieser Reform in Frage gestellt: Lediglich 5 Prozent meinen, dass damit für die nächsten Jahre die Finanzierungsprobleme bei den gesetzlichen Krankenkassen gelöst seien, 93 Prozent sehen das nicht so (weiß nicht: 2 Prozent). Auf die Frage, wo die Bürger im Gesundheitswesen große Einsparmöglichkeiten sehen, ergibt sich ein differenziertes Bild: Die meisten (82 Prozent) sehen große Einsparmöglichkeiten bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen, gefolgt von Kostenminderungen bei den Medikamenten (73 Prozent). Gut zwei Drittel (68 Prozent) meinen, dass es auch viel bringen würde, wenn sich die Patienten kostenbewusster verhalten würden. Die Wenigsten sehen große Einsparmöglichkeiten bei den Krankenhauskosten (26 Prozent) und den Arzthonoraren (24 Prozent).
Die Parteien der Regierungskoalition bleiben im Tief: Die CDU/CSU kommt jetzt auf 32 Prozent (unverändert) und die FDP auf 4 Prozent (plus 1). Die SPD verbessert sich ein weiteres Mal auf jetzt 36 Prozent (plus 2). Die Linke kommt auf 10 Prozent (minus 1) und die Grünen auf 15 Prozent (minus 1). Die Liste der zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker wird weiterhin von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg angeführt. Er erreicht nach Sympathie und Leistung auf der Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 2,0 (Juni II: 1,9). Auf Platz zwei bleibt mit unveränderten 1,4 Ursula von der Leyen. Danach kommt jetzt Frank-Walter Steinmeier mit 1,0 (Juni II: 0,9). Deutlich verbessert bewertet wird Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 0,9 (Juni II: 0,5) vor Wolfgang Schäuble mit unveränderten 0,9. Renate Künast (Juni II: 0,4) erreicht ebenso 0,6 wie Sigmar Gabriel (Juni II: 0,6). Danach folgen Horst Seehofer mit 0,4 (Juni II: 0,3), Gregor Gysi mit minus 0,8 (Juni II: minus 0,6) und Guido Westerwelle minus 1,6 (Juni II: minus 1,7). Der neue Bundespräsident, Christian Wulff, wird mit 1,9 beurteilt. Dabei erhält er in allen Parteianhängergruppen einen positiven Durchschnittswert. Und zum Schluss noch zum Fußball: Dass Joachim Löw Bundestrainer der Nationalmannschaft bleiben soll, meinen 87 Prozent, 4 Prozent sind dagegen und 9 Prozent haben dazu keine Meinung.
Wachstumsmarkt – Wettbewerbsdruck – Weichenstellung. Strategische Optionen für die Apothekenführung: Zum „GEHE FORUM FUTURUM aktiv“ lädt der Pharmagroßhändler von Freitag, 15. Oktober bis Montag, 18. Oktober 2010 nach Lissabon ein. Praxisorientiertes Wissen für den Erfolg in der Apotheke steht im Mittelpunkt des Kongresses. Einzelne Vortragsmodule des FORUM FUTURUM aktiv sind von der Bundesapothekerkammer in der Kategorie 2: Kongress mit 8 Punkten akkreditiert.
Anmeldeschluss ist der 6. August 2010. Information und Anmeldung: Gaby Bauer, Tel. 0711-57719653, E-Mail: gabriele.bauer@gehe.de
GEHE Pharma Handel
Hauptverwaltung
Neckartalstraße 131
70376 Stuttgart
Tel: 0711 57719-0
Fax: 0711 57719-400
Internet: www.gehe.de