Im Mai 2010 wurden zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) 27.844 unterschiedliche Generikapackungen abgerechnet. Dahinter stehen derzeit 607 patentfreie und generisch verfügbare Wirkstoffe. Pro Wirkstoff haben Ärzte also eine große Auswahl zwischen generischen Präparaten mit unterschiedlichen Packungsgrößen, Wirkstärken und Darreichungsformen, meint der Branchenverband Pro Generika in einer Mitteilung. Neben dieser Vielfalt und der hohen Qualität hätten Generika noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: ihren günstigen Preis. Mit 19,51 Euro waren Generika in deutschen Apotheken im Mai 2010 durchschnittlich nur halb so teuer wie die entsprechenden patentfreien Erstanbieterprodukte, die 38,47 Euro kosteten, so der Verband. Und weil in den ersten fünf Monaten des Jahres 177 Millionen Mal Generika von Ärzten verordnet und in Apotheken abgegeben worden seien, hätten die Krankenkassen nach Berechnungen des unabhängigen Marktforschungsinstitutes IMS Health auch ohne Rabattverträge 2010 bereits mehr als 2,6 Milliarden Euro allein durch den Einsatz von Generika einsparen können.
Im nächsten Jahr zählen 40 Prozent der weltweit bestverkauften Medikamente zu sogenannten 'reifen Produkten'. Das sind Präparate, deren Patentschutz abgelaufen ist oder innerhalb von zwei Jahren ausläuft. Der Anstieg ist dramatisch: 2007 lag der Anteil reifer Produkte noch bei 15 Prozent. Das hat der Beratungsdienstleister Accenture ermittelt. Die Überalterung ihrer Produkt-Portefeuilles stellt die Pharma-Unternehmen vor die Frage: Wie lassen sich reife Produkte zukünftig weiter profitabel vermarkten? Denn mit Ende des Patentschutzes können auch andere Produzenten das Medikament anbieten - mit der Konsequenz, dass Preis und Marktanteil stetig sinken. Die Analyse zeigt: Schon in diesem Jahr läuft der Patentschutz für Medikamente mit einem Marktwert von 25 Milliarden US-Dollar aus. 2015 sind von auslaufendem Patentschutz bereits Präparate im Wert von 130 Milliarden US-Dollar betroffen.
Die vom Bundesministerium angekündigte Neuordnung des Arzneimittelmarktes zum 1. August 2010 entpuppe sich bei genauem Hinsehen als Wiederholung verfehlter Politik von Zwangsmaßnahmen, so der Budnesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI). Erhöhte Herstellerabschläge und ein mehr als dreijähriges Preismoratorium unter dem Titel Neuordnung laufen zu lassen, sei eine Bankrotterklärung des eigenen im Koalitionsvertrag formulierten Anspruchs. "Alle Grundüberlegungen zu einer tatsächlichen Veränderung des Marktes befinden sich noch in einem frühen Stadium der Gesetzgebung und werden erst in der zweiten Jahreshälfte im parlamentarischen Verfahren diskutiert. Was jetzt zum 1. August umgesetzt wird, ist nichts anderes als ein verspätetes Vorschaltgesetz mit altbekannten falschen Maßnahmen, die einseitig die pharmazeutische Industrie belasten", erklärte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI.
Die nach neuesten Erhebungen noch weiter angestiegene Zahl der Arztbesuche sind für den Deutschen Hausärzteverband eine Steilvorlage für Hausarztverträge. "Die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) wäre in der Tat die Lösung", sagt Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender der Organisation in der Apotheken Umschau (Ausgabe8/2010). Denn wenn Hausärzte die Funktion eines Gesundheitslotsen übernähmen, fielen unnötige Mehrfachbesuche weg. "Andere europäische Länder machen es uns vor. Dort, wo es ein funktionierendes Primärarztsystem gibt, gehen die Menschen seltener zum Arzt", argumentiert der Verbandschef. Schließlich würden rund 80 Prozent der Gesundheits-probleme, mit denen Patienten in die Hausarztpraxis kommen, dort auch gelöst. Zudem ist Weigeldt überzeugt, dass ein neues Honorarsystem ebenfalls dazu beitrage könne, die Zahl der Arztbesuche zu mindern. Das heutige Abrechnungssystem verleite manche Ärzte dazu, "Patienten häufiger einzubestellen, um bestimmte Leistungen abrechnen zu können.“
Die EU-Kommission hat die Übernahme des Ulmer Herstellers ratiopharm durch Teva unter Auflagen genehmigt.
GEHE Pharma Handel
Hauptverwaltung
Neckartalstraße 131
70376 Stuttgart
Tel: 0711 57719-0
Fax: 0711 57719-400
Internet: www.gehe.de