Ticker Nr. 32, 12.08.2010

Schweinegrippe forderte 258 Opfer in Deutschland

In Deutschland gab es vom Herbst 2009 bis August 2010 über 226 000 gemeldete Fälle von Schweinegrippe. 258 der Patienten starben nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI). Die meisten Fälle gab es im Herbst und Winter 2009. Experten schätzen die wahre Zahl der Infektionen jedoch um ein Vielfaches höher.

Die Impfquote in Deutschland lag bei nur etwa acht Prozent. Allerdings liegen noch nicht alle Impfdaten aus Deutschland vor. Die Bundesländer hatten zusammen 34 Millionen Dosen Impfstoff für 283 Millionen Euro bestellt.

Thomas Spieker vom Gesundheitsministerium Niedersachsen forderte, der Bund solle die Kosten für den nicht genutzten Impfstoff übernehmen. Die neue saisonale Grippeimpfung im Herbst umfasst auch eine Komponente gegen die Schweinegrippe. Eine Extraimpfung ist deshalb nicht mehr nötig.


Impfseren belasten die Länderkassen

Die Etats der Länder werden durch zusätzliche Ausgaben in Millionenhöhe belastet, weil von den gekauften Impfseren gegen das H1N1-Virus (Schweinegrippe) nur ein Bruchteil verbraucht worden ist und sich weniger Menschen als erwartet impfen ließen. In Baden-Württemberg zum Beispiel sind von 4,2 Millionen Impfdosen 3,7 Millionen nicht gespritzt worden. In dem Land mit etwa zehn Millionen Einwohnern ließen sich nach Schätzungen nur etwa 500 000 impfen.

Die Krankenkassen erstatten die Kosten nur für verabreichte Impfungen. Im Südweststaat lagern deshalb noch Schweinegrippe-Impfdosen für 35 Millionen Euro; in Nordrhein-Westfalen sind sogar Impfdosen im Wert von 50 Millionen Euro nicht verbraucht worden. Die derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die niedersächsische Ministerin Özkan (CDU), will deshalb in einem Gespräch mit dem Bundesgesundheitsministerium erreichen, dass sich der Bund an diesen Kosten beteiligt.


Bei Diabetes früher spritzen

Diabetes vom Typ 2, an dem in Deutschland bis zu zehn Millionen Menschen leiden, lässt sich zwar relativ lange mit Diät und Tabletten in Schach halten. Jedoch fordern immer mehr Experten, früher als bisher üblich mit Insulinspritzen zu beginnen. Der Grund: Der Stoffwechsel hat offenbar ein Gedächtnis.

"Werden die Blutzuckerwerte bereits früh nach der Diagnose eines Typ-2-Diabetes optimal behandelt - was mit einer Insulintherapie eher zu erreichen ist - ist das Risiko für Schäden an Gefäßen und Nerven noch Jahrzehnte später niedriger", erklärt Professor Monika Kellerer aus Stuttgart. Oft genügt es schon, zusätzlich zu den Diabetestabletten einmal am Tag Insulin zu spritzen. Die Insulin-Therapie kann stets an die Möglichkeiten des Patienten angepasst werden.


Bürste, Paste, Zahnseide? - Umfrage: Nur 14,6 Prozent benutzen das Extra-Utensil

Wie die "Apotheken Umschau" in einer repräsentativen Umfrage herausfand, nutzt nur knapp jeder siebte Deutsche (14,6 Prozent) Zahnseide täglich, um Speisereste und Bakterienbeläge in den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Insgesamt drei von zehn (28,9 %) geben an, sie würden Zahnseide mindestens einmal pro Woche gebrauchen, rund jeder Zweite (48,1%) nutzt sie überhaupt nicht.

Eine Pflegelücke, die unter Umständen fatale Folgen hat. Nur mit der Zahnbürste lässt sich diese Gefahr nicht abwenden: Da hilft es auch nicht, wenn die meisten ansonsten ihre Zähne ordentlich pflegen. Fast alle (98,4 Prozent) der Befragten geben an, täglich die Zähne zu putzen, die meisten (78,6 Prozent) sogar mehrmals am Tag. Mehr als acht von zehn (84,8 Prozent) wechseln mindestens alle zwei bis drei Monate die Zahnbürste.


Auch pflanzliche Medikamente können Wechselwirkungen entfalten

Wenn Eltern ihren Kindern pflanzliche Mittel geben, sollten sie dies mit dem Kinderarzt besprechen, falls der weitere Arzneimittel verschreibt. Auch die im Allgemeinen gut verträglichen Phytopharmaka können mit anderen Arzneien Wechselwirkungen entfalten, berichtet das Apothekenmagazin "BABY und Familie". In einer Studie der Universitätskliniken Leipzig und München sowie zweier Kinderarztpraxen aus Leipzig gaben 86 Prozent der befragten Eltern an, pflanzliche Mittel zu benutzen.

Bloß: Das teilten nicht alle dem Kinderarzt mit. Verschreibt der Arzt zusätzliche Medikamente, treten manchmal Juckreiz, Bauchschmerzen oder Übelkeit auf. Die Experten raten deshalb, sich immer beim Kinderarzt oder Apotheker zu erkundigen.



Tanja Wilcke, Pressesprecherin

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