Ticker Nr. 34, 26.08.2010

Kassenchefs gegen Wahltarife

Die gesetzlichen Krankenkassen haben die geplante Einschränkung der Wahltarife und eine Stärkung der privaten Krankenversicherung im Rahmen der Gesundheitsreform scharf kritisiert. "Die Bundesregierung ist dabei, ein Hilfsprogramm für die PKV aufzulegen. Offensichtlich will sie die Marktposition der PKV zu Lasten der GKV stärken", sagte die Chefin der Barmer/GEK Birgit Fischer der Rheinischen Post (Donnerstagausgabe). Fischer kritisierte, es wäre grundsätzlich falsch, Gestaltungsspielräume der gesetzlichen Krankenversicherung auch im Bereich der Wahltarife einzuschränken. "Letztendlich geht es nicht darum, wer die Angebote, sondern wer die besten Angebote macht." Der Chef der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, bezeichnete eine Einschränkung der Wahltarife als "Klientelpolitik par excellence".


BPI: AMNOG behindert Innovation

Innovationen auf Basis bewährter Wirkstoffe bieten die Chance, bedeutende Fortschritte in der Pharmakotherapie mit kalkulierbarem Entwicklungsrisiko zu erzielen, so der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie e.V (BPI). Doch durch die aktuellen Rahmenbedingungen und die Regelungen im Entwurf des Arzneimittelmarktneuordnungs-gesetzes (AMNOG) werde diese Forschung immer schwieriger gemacht. "Es darf nicht sein, dass diese innovativen Arzneimittel grundsätzlich immer im Festbetragssystem landen. Warum soll per Gesetz ausgeschlossen werden, dass Hersteller auch in solchen Fällen den Zusatznutzen nachweisen und somit in Verhandlungen über den Erstattungsbetrag mit den Krankenkasse gelangen können?", fragte Dr. Bernd Wegener, Vorstandsvorsitzender des BPI. Insbesondere für die standortgebundene und auch die mittelständische Industrie bietet die Forschung an bewährten Wirkstoffen die Chance, den Patientinnen und Patienten innovative Präparate zur Verfügung zu stellen. Die Kosten für den ganzen Verlauf der Forschung und Entwicklung eines neuen Wirkstoffes sind für ein mittelständisches Unternehmen nur in Ausnahmefällen zu stemmen, so dass eine solche Forschung außerhalb der Möglichkeiten vieler in Deutschland ansässiger und hier arbeitender Unternehmen liegt. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen in Deutschland haben Investitionen in die Forschung an bewährten Wirkstoffen jedoch zu wenig Aussicht auf Erfolg. Um diesen Fortschritt, der mit überschaubaren Forschungskosten zu kostengünstigen Innovationen führt, nicht im Keim zu ersticken, fordert der BPI daher Verbesserungen des Unterlagenschutzes für Innovationen auf Basis bewährter Wirkstoffe, risikobasierte Arzneimittelzulassungen mit angemessenen Anforderungen, die Schaffung erstattungsrechtlicher Anreize durch die Möglichkeit der Erstattung außerhalb des Festbetragssystems und den Ausschluss einer Aut-idem Substitution bei derartigen Innovationen.


Übernimmt Deutsche Bank Actavis?

Presseberichten zufolge soll die Deutsche Bank den isländischen Generikakonzern Actavis übernehmen. Die Pläne für ein öffentliches Übernahmeangebot seien bei der EU-Kommission bereits angemeldet worden. Actavis ist im Besitz des britischen Investmentunternehmens Novator, die dem isländischen Milliardär Björgólfur Thor Björgólfsson gehört.


Neuer Info-Flyer für Schwangere

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, stellte den von ihr in Kooperation mit der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände herausgegebenen Informations-Flyer für Schwangere vor. Der Flyer soll von Apothekern ab September weitergegeben werden, meldete die ABDA am Montag. Dazu erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: "Der Schutz des ungeborenen Lebens ist mir ein wichtiges Anliegen. Alle Eltern wünschen sich, dass ihr Kind gesund zur Welt kommt. Aber noch viel zu häufig sind Schwangere unzureichend darüber informiert, welchen Risiken sie ihr ungeborenes Kind durch den Konsum von Alkohol, Tabak und Medikamenten in der Schwangerschaft aussetzen. Hierüber soll der Flyer informieren. Der Flyer unterstützt die Apothekerin oder den Apotheker darin, mit ihren Patientinnen über dieses wichtige Thema ins Gespräch zu kommen. Denn: In der Schwangerschaft muss gelten: Kein Alkohol, kein Tabakrauch und Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker! So können Schwangere ernste gesundheitliche Schäden von Ihrem Kind abwenden!" Alle Apotheken haben die Möglichkeit, den Flyer bei der ABDA kostenfrei zu bestellen.



Tanja Wilcke, Pressesprecherin

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