Rückwärtssprecher Bernhard Wolff brachte es auch auf der zweiten Gala wieder auf den Punkt: „!neuahcs tfnukuZ ied ni masniemeG – Gemeinsam in die Zukunft schauen!“ Ganz nach diesem Motto feierte der Stuttgarter Pharmagroßhändler GEHE am Samstag mit 400 Gästen in Köln. Apothekerinnen und Apotheker, Partner der Pharmaindustrie und viele Freunde des Unternehmens genossen beim leckeren Abendessen in der Kölner Vulkanhalle eine aufwändige und mitreißende Show zwischen Talk und Entertainment. Der zweite von drei Hauptpreisen des großen Jubiläumsgewinnspiels ging an diesem Abend an eine Apothekerin aus Düsseldorf: Christel Düning-Breimeyer aus der Herz Apotheke, konnte mit einem Mercedes SLK nach Hause fahren. Dranbleiben lohnt sich laut GEHE aber allemal, denn eine weitere Gala in Stuttgart steht noch aus, inklusive neuer Gewinnchance. An den guten Zweck wurde auch in Köln gedacht, eine Geldspende ging an das Frankfurter Komitee „Ärzte für die Dritte Welt“.
Die vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“) vorgeschlagene Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16,5 Prozent würde die gesetzlichen Krankenkassen allein bei den Arzneimittelausgaben um 600 Mio. Euro pro Jahr entlasten. Das entspricht 0,1 Beitragssatzpunkten, die die Versicherten weniger an ihre Kassen zahlen müssten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Berechnung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. 2009 zahlte die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) insgesamt 4,4 Mrd. Euro Mehrwertsteuer auf Arzneimittel an den Finanzminister. Die Wirtschaftsweisen schlagen in ihrem neuen Jahresgutachten 2010/2011 vor, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent (Lebensmittel, Tierfutter, usw.) gänzlich abzuschaffen, um mit dem Mehraufkommen den „normalen“ Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16,5 Prozent zu senken. Die Experten erhoffen sich davon „erhebliche Vereinfachungseffekte und gleichzeitig Effizienzgewinne“.
Trotz der Spar-Reformen müssen sich die Bürger nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) auf steigende Kosten der medizinischen Versorgung einstellen, schreibt die Financial Times Deutschland (FTD) am Donnerstag. «Angesichts der demografischen Entwicklung und des technisches Fortschrittes wäre es unseriös zu behaupten, Gesundheit könnte künftig billiger werden», sagte Rösler im ARD-«Morgenmagazin». An diesem Freitag will der Bundestag die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung neu regeln. Verbunden ist damit die Anhebung der Beiträge von 14,9 auf 15,5 Prozent im kommenden Jahr. Die Krankenkassen können darüber hinaus noch einkommensunabhängige Zusatzbeiträge erheben, die allein von den Kassenmitgliedern zu zahlen sind. Der Arbeitgeberbeitrag soll bei 7,3 Prozent eingefroren werden. Schon am Donnerstag will die Koalition ein Gesetz zur Begrenzung der Pharma-Ausgaben durch den Bundestag bringen. Mit ihm soll das bisherige Preismonopol der Pharmaindustrie bei neuen Medikamenten gebrochen werden. Die Krankenkassen sollen damit jährlich bis zu zwei Milliarden Euro sparen, so die FTD.
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen hat heute den Präventionsbericht 2010 veröffentlicht, der die Leistungen der gesetzlichen Kassen für Primärprävention und betriebliche Gesundheitsförderung im Jahr 2009 belegt. Die Mittel der gesetzlichen Krankenkassen für Prävention und Gesundheitsförderung je Versichertem sind demnach um zehn Prozent zurückgegangen. Dies sei ein völlig falsches Signal. Die Ausgaben für Gesundheitsförderung machten bereits im Jahr 2008 mit 2,3 Prozent nur einen Bruchteil an den Gesamtausgaben im Gesundheitsbereich aus. Eine nachhaltige Gesundheitspolitik dürfe laut Verband aber nicht nur auf die Behandlung, sondern auf Prävention und Gesundheitsförderung setzen. Im Verhältnis zum Vorjahr würden die Kassen mit der stärkeren Konzentration auf Projekte, die die Menschen in ihrer direkten Lebenswelt erreichen, den richtigen Weg einschlagen. Die betriebliche Gesundheitsförderung müsse noch weiter verstärkt werden. Ein Präventionsgesetz sei „dringend“ erforderlich.
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