Ticker Nr. 51, 18.12.2009

Importe gestrichen

Der US-Senat hat die Möglichkeit von Verschreibungen importierter Arzneimittel aus der geplanten Gesundheitsreform gestrichen. Damit wird es sehr wahrscheinlich auch künftig keine Arzneimittelimporte in den USA geben.


Keine Einkaufsgutscheine mit Rezept

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat der Versandapotheke Vitalsana untersagt, bei Bestellungen rezeptpflichtiger Arzneimittel Einkaufsgutscheine zu verschenken. Damit widersprach das Gericht einem Urteil des Landgerichts Ulm, das Apothekenboni in dieser Form zugelassen hat. Die Begründung liegt noch nicht vor und das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es wird erwartet, dass die Schlecker-Tochter Vitalsana Revision einlegt.


Reform ohne Steuererhöhung

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) lehnt Steuererhöhungen im Rahmen der geplanten Gesundheitsreform ab. Das bekräftigte er bei seinem ersten Auftritt vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages. Ein Entwurf der Reform soll 2010 kommen und im Sommer fertig sein.


Geht Sawicki?

Peter Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln, soll 2010 gehen, schreibt die Berliner Zeitung. Das Bundesgesundheitsministerium suche bereits einen Nachfolger. Der hin- und wieder als „Schrecken“ für die Pharmaindustrie bezeichnete Sawicki solle durch einen industriefreundlicheren Nachfolger ersetzt werden.


Rabattverträge 2010 bis 2012: Erste 35 Einzelverträge jetzt über 7 Wirkstoffe geschlossen

Knapp zwei Wochen nach Ablauf der Angebotsfrist für die Arznei-Rabattverträge 2010 bis 2012 kann das AOK-System bereits erste Vertragspartner verkünden. Nach AOK-Angaben wurden jetzt sieben Zuschläge im Rahmen der insgesamt 87 ausgeschriebenen Wirkstoffe erteilt und somit 35 Einzelverträge in den fünf Gebietslosen abgeschlossen. Von den Vertragsabschlüssen profitieren mittelständische wie auch große Unternehmen. Insgesamt 90 Bieter und Bietergemeinschaften haben sich laut AOK um die patentfreien Wirkstoffe beworben. Die Verträge sollen zum 1. April 2010 starten.

"Unsere neue Rabattrunde nimmt zielgerichtet und pünktlich Fahrt auf", so Dr. Christopher Hermann, bundesweiter Verhandlungsführer für die AOK Arznei-Rabattverträge und Vorstandsvize der AOK Baden-Württemberg t. Mit den jetzt geschlossenen Verträgen ist der Anfang gemacht: "Weitere Zuschläge sind für die nächsten Wochen vorgesehen. Wir wollen alle Verträge noch dieses Jahr unter Dach und Fach bringen. Insgesamt haben sich Rabattverträge etabliert und ermöglichen GKV-weite Einsparungen in Milliardenhöhe", so Hermann weiter. Außerdem habe sich das Vorgehen, in jedem Gebietslos pro Wirkstoff nur einem Bieter den Zuschlag zu erteilen, bewährt.

So können AOK-Versicherte zwei Jahre lang das gleiche Präparat erhalten und müssen sich nicht ständig auf ein neues Arzneimittel einstellen." Das AOK-System hat im August 2009 weitere Arznei-Rabattverträge für die Jahre 2010 bis 2012 über insgesamt 87 Wirkstoffe europaweit ausgeschrieben. Die Wirkstoffe erzielten im AOK-System im Jahr 2008 ein Umsatzvolumen von 1,4 Milliarden Euro.


2,6 Prozent der GKV-Ausgaben für Apotheken

Angesichts der öffentlichen Kontroversen um die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) machen die Apotheken darauf aufmerksam, dass sie die rund 70 Millionen GKV-Versicherten in Deutschland für nur 2,6 Prozent der GKV-Ausgaben mit lebenswichtigen Arzneimitteln versorgen. Somit kosten die rund 21.600 Apotheken die Krankenkassen deutlich weniger Geld als z.B. noch im Jahr 2000 (2,9 Prozent) oder 2005 (2,8 Prozent). Das berechnete die ABDA-Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Der 2,6-prozentige Apothekenanteil an den GKV-Gesamtausgaben in Höhe von knapp 161 Mrd. Euro entspricht im Jahr 2008 einer Summe von 4,1 Mrd. Euro (Quelle: BMG, KJ1). Die Apotheken werden buchhalterisch als Teil der Position "Arzneimittel" geführt, der 16,6 Prozent bzw. 26,7 Mrd. Euro ausmacht. Davon entfallen auf die pharmazeutische Industrie und den pharmazeutischen Großhandel insgesamt 18,3 Mrd. Euro, auf den Staat durch die Mehrwertsteuer 4,3 Mrd. Euro.



Tanja Wilcke, Pressesprecherin

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