Ausgabe 03 / 2021

Hochwasser-Katastrophe: Apotheker arbeiten an der Ahr am Limit

Von der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind auch Apotheken von AHD und GEHE betroffen. Apotheker Heinz Brands schildert unglaubliche Szenen und hält jetzt unter höchst erschwerten Bedingungen die Versorgung aufrecht.

Wenn Apotheker Heinz Brands in diesen Tagen zu seiner Apotheke in Bad Neuenahr-Ahrweiler fährt, braucht er für neun Kilometer mindestens anderthalb Stunden. Er schlägt sich auf holperigen Waldwegen durch und wird im weiteren Verlauf immer wieder von Bundeswehrsoldaten angehalten, die ihn nach seinem Ziel fragen. Denn ohne Grund kommt in dieser Region derzeit niemand wirklich weit. Das beschauliche Ahrtal, in dem sonst viele Senioren ihren Ruhestand, eine herrliche Landschaft und guten Wein genießen, ist über Nacht Mitte Juli zu einem Katastrophengebiet geworden, die Bilder von weggeschwemmten Häusern, zerstörten Brücken und Menschen, die durch Trümmer laufen, gingen um die Welt. „Es sieht hier aus wie im Krieg, die Wege und Straßen gleichen Fjorden, wie man sie aus Norwegen kennt”, berichtet Brands. Der Kontakt zu ihm ist nur über ein Prepaid-Handy möglich, das ihm sein Ansprechpartner im GEHE-Außendienst, Andreas Cicek, schnellstmöglich organisiert hat. Die offiziellen Kommunikationsleitungen sind nach dem verheerenden Hochwasser tot. Wenn Brands telefonieren möchte, klettert er derzeit auf einen Berg hinter seinem Haus in Rech, um den Empfang zu verbessern. Seine Schilderungen aus der Katastrophennacht sind dramatisch. „Ich war zu Hause in Rech, als mich mein Sohn aus der Apotheke anrief. Er berichtete von Wasser, das aus dem Keller hoch stieg und durch die Eingangstür in die Offizin strömte. Er versuchte noch, die Flut mit Kitteln und Handtüchern aufzuhalten, dann war plötzlich unsere Verbindung unterbrochen”, berichtet Brands. Das Schicksal seines Sohnes – ungewiss. Für Brands und seine Frau begannen schreckliche Stunden, bis sie ein Lebenszeichen von ihrem Sohn erhielten. Seitdem agiert der Apotheker in einer absoluten Ausnahmesituation, ist einer von einer Handvoll Apothekern, die überhaupt noch geöffnet haben und einen Notbetrieb aufrechterhalten. „Wir haben kein Wasser, keinen Strom, aber man funktioniert einfach”, sagt er. Für den Krisenstab vor Ort ist er ein wichtiger Stützpunkt, versorgt nicht nur die Einwohner, sondern auch die vielen vielen Helfer mit Medikamenten.

„Nicht immer habe ich genau das Medikament, was gerade gebraucht wird, dann improvisiere ich”, sagt Brands. Abwechselnd schlafen er und seine Mitarbeiter nachts in der Apotheke. Denn nach dem Hochwasser kamen die Plünderer. Gerührt ist Heinz Brands von der Welle der Hilfsbereitschaft. Solidarität, die ihm Mut macht und Zuversicht gibt.

Schnelle Erste-Hilfe-Pakete

Helfen, etwas tun, das wollten auch Juliane Strätz und ihr Team von der Einhorn Apotheke in Hachenburg. Sie packten viele Kartons mit allem, was schnell im Kastrophengebiet gebraucht wird: Pflaster, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel. Unterstützung gab es dabei auch von GEHE, die alles nötige unkompliziert bereitstellte. Die Erste-Hilfe-Kartons wurden von ehrenamtlichen Helfern in die Flutregion gebracht. „Die Menschen haben Tränen in den Augen, wenn man ihnen mit einem einfachen Pflaster weiterhilft. Das ist sehr berührend”, sagt Juliane Strätz. Ihr ist es wichtig, auch Apotheken in jenen Gemeinden zu helfen, die aktuell nicht jeden Tag im Fernsehen zu sehen sind. In der nächsten Zeit wird sich Karton um Karton füllen. „Es ist kaum zu glauben, wie schnell Wasser steigen kann”, sagt Apotheker Christian Willeke von der gesund leben-Apotheke in Sundern. „Zwischen dem ersten Wasser auf der Straße und Wasserin der Apotheke vergingen nur wenige Minuten. Wir konnten gerade noch den Server retten und dann stand das Wasser schon in der Apotheke. Mit Hilfe von schnell herbeigeschafften Sandsäcken konnten wir das weitere Ansteigen noch etwas hinauszögern, aber leider nicht verhindern. Letztlich stand das Wasser dann rund 20 Zentimeter in der Apotheke. Im Nachgang mit den Bildern aus dem Ahrtal im Kopf muss man sagen: Es war fast nichts”


GEHE Pharma Handel GmbH
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