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Valsartan-Rückruf zeigt: Rabattverträge führen zu Engpässen

Valsartan-Rückruf zeigt: Rabattverträge führen zu Engpässen

Stuttgart, 10. Juli 2018 – Derzeit rufen mehr als ein Dutzend Hersteller Chargen valsartan-haltiger Arzneimittel zurück. Die Ursache ist eine Verunreinigung eines Wirkstoffes bei einem chinesischen Hersteller. Allein beim Pharmagroßhändler GEHE sind rückrufbedingt aktuell mehr als 15.000 Packungen in Quarantäne – Tendenz steigend. Auf Grund der aktuell hohen Nachfrage ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass weitreichende Engpässe im Bereich von valsartan-haltigen Arzneimitteln entstehen werden. Ein Hauptgrund für diesen Vorfall: die globale Konzentration der Wirkstoffproduktion, die durch den enormen Preisdruck der Rabattverträge verstärkt wird. GEHE fordert die Politik daher auf, die Systematik der Rabattverträge grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen.

Die derzeitigen Rückrufe von valsartan-haltigen Arzneimitteln sind für pharmazeutische Hersteller, Großhandel sowie für Apotheken und Patienten ein Ärgernis. Um in Zukunft die Versorgung zu verbessern, bekräftigt der Vorsitzende der GEHE-Geschäftsführung, Dr. Peter Schreiner, die Forderung, die Systematik der Rabattverträge grundsätzlich zu überdenken: „Wenn wir in Zukunft die Qualität der Versorgung verbessern und ähnlichen Fällen vorbeugen wollen, müssen Rabattverträge auf den Prüfstand. Denn neben der Anzahl von Rabattverträgen nimmt parallel auch die Anzahl der Rückrufe stetig zu. 2017 erfolgten in Deutschland 289 Rückrufe, im laufenden Jahr waren es bereits 209.“

Die Systematik der Rabattverträge liegt auf der Hand: Wer am günstigsten produziert und niedrigste Margen akzeptiert, maximiert seine Chancen, den Zuschlag der ausschreibenden Krankenkasse zu erhalten. Pharmazeutische Hersteller sind daher gezwungen, ihre Wirkstoffe in einem globalisierten Markt möglichst billig zu beschaffen, insbesondere im ostasiatischen Raum.

Das Problem dabei: Diese Systematik führt zu einer weltweiten Konzentration auf wenige – zum Teil nur noch eine – Produktionsstätte, die einen bestimmten Wirkstoff herstellt. Fällt eine Charge aus, beispielsweise durch Verunreinigung wie im Fall der valsartan-haltigen Arzneimittel, kann dies nicht kompensiert werden, um den globalen Bedarf zu decken. Nicht nur die verminderte Qualität der Versorgung ist ein Effekt dieser Entwicklung, sondern auch eine große Verunsicherung der betroffenen Patienten.

Der Vorsitzende der GEHE-Geschäftsführung fordert daher: „Die Politik ist aufgerufen, Anreize für die pharmazeutische Industrie zu schaffen, um Arzneimittel und Wirkstoffe zukünftig wieder stärker in Europa zu produzieren. Hierzu muss vor allem die Wirkungsweise der Rabattverträge auf den Prüfstand.“

Über GEHE
Das pharmazeutische Großhandelsunternehmen GEHE Pharma Handel GmbH ist ein Tochterunternehmen von McKesson Europe. Aus 19 Niederlassungen beliefert GEHE täglich bundesweit Apotheken mit Arzneimitteln und trägt damit zur sicheren Arzneimittelversorgung in Deutschland bei. Über die Apotheken-Kooperation gesund leben, die mit 2100 Mitgliedern und rund 60 Industriepartnern stärkste Apotheken-Kooperation Deutschlands, unterstützt der Stuttgarter Pharmahändler seine Kunden mit Dienstleistungen im Apothekenmanagement und -marketing.

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