img - 2020-09-22_6 Tipps: So meistern Sie Herausforderungen

6 Tipps: So meistern Sie Herausforderungen

Unsichere Zeiten machen oft unsicher. Schaffe ich das? Kann ich das? Und wie soll das bloß alles weitergehen? Wenn sich das Gedankenkarussell dreht, kann man gezielt gegensteuern, sagt Stärkentrainer Frank Rebmann.

Veränderungen sind für jeden Menschen eine Herausforderung. Sie reißen uns aus dem gewohnten Trott, bringen zuweilen alles durcheinander und erfordern eine Reaktion von uns. Die Corona-Pandemie ist ein gutes Beispiel dafür. Während die einen dem Neuen positiv und interessiert entgegensehen, löst es bei anderen Unsicherheit und Ängste aus. Unaufhörlich dreht sich dann das Gedankenkarussell um die bangen Fragen: Werde ich die Veränderungen bewältigen? Den Anforderungen gewachsen sein? Die gute Nachricht: Jeder hat es selbst in der Hand, wie er auf Herausforderungen reagiert. „Am besten bringt das der Satz ,Change it, love it or leave it' auf den Punkt”, sagt Stärkentrainer Frank Rebmann. Demnach hat jeder Mensch mindestens drei Handlungsoptionen. Er kann eine Situation entweder ändern, sie lieben (lernen) oder sie verlassen. Diese Formel lässt sich sowohl im Privatleben als auch im beruflichen Kontext in der Apotheke anwenden. Wer sich bewusst macht, dass er selbst das Heft des Handelns in Händen hält, wird merken, wie positiv dieses Wissen das Empfinden beeinflusst. Plötzlich zeichnen sich Lösungen ab, Chancen werden sichtbar. Das wirkt sich zuerst beruhigend und dann belebend aus. Denn Veränderungen verändern zwar etwas – aber das ist doch oft eine richtig gute Sache, oder?
 

1. Sich die eigenen Stärken bewusst machen

In herausfordernden Zeiten hilft es, sich an die eigenen Stärken zu erinnern. In Apotheken sind dies beispielsweise eine enorme Fachkompetenz, sehr viel Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen sowie eine große Portion Teamfähigkeit. Empfehlenswert ist es, sich nicht auf die Probleme, sondern die Lösungen zu konzentrieren. Der Blick ist nach vorn gerichtet, gezielt wird gemeinsam überlegt, welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Die Vorgesetzten sind dabei Vorbilder für ihr Team. Motto: Nicht jammern, sondern machen! Diese Sichtweise sorgt für einen regelrechten Stärken-Schub. Denn man sieht schnell, was man alles bewegen kann.

2. Positives wahrnehmen

Der Tag war stressig, irgendwie ging alles schief und beim Gedanken an morgen haben Sie schon jetzt schlechte Laune? Dann ändern Sie Ihre Wahrnehmung, das wirkt Wunder. Schreiben Sie bewusst drei Dinge auf, über die Sie sich gefreut haben. Der tolle Sonnenaufgang, das Lächeln der Stammkundin, das Lob vom Chef... Schon fühlt sich der Tag sehr viel besser an.

3. Was wäre, wenn...?

Immer, wenn man konkrete Sorgen vor einer negativen Veränderung hat, kann man sich diese Frage stellen: Was wäre, wenn...? Was passiert, wenn meine Sorgen Realität werden würden? Und was passiert dann? Diese Frage stellt man so lange, bis sich die Angst merklich löst. Gut zu wissen: Angst ist nicht nur negativ, sie hat auch die wichtige Aufgabe, uns auf eine Situation vorzubereiten. Meistens ist es erstens gar nicht so schlimm, wie man denkt, und zweitens ist man stark genug, um Lösungen zu finden.

4. Die 10 × 10 × 10-Methode

Vieles, was uns jetzt wie ein großes Problem erscheint, wird im Rückblick nur ein ganz kleines, unbedeutendes Ereignis in unserem Leben sein. Genau das kann man sich zunutze machen. Bei allem, was einen sorgt oder ärgert, stellt man sich die Frage: Wird dieses Ereignis in zehn Stunden, in zehn Monaten oder in zehn Jahren in meinem Leben noch eine Rolle spielen? Ist es irgendwie bedeutsam? Meistens wird die Antwort wohl lauten: Nein! ... Irgendwie beruhigend!

5. Die 1-Minuten-Challenge

Bei dieser Challenge geht es darum, nicht stundenlang ohne Ergebnis in der Grübelfalle zu landen, sondern stattdessen zu erkennen: Jeder bestimmt selbst, wie er auf eine Situation reagiert. Dafür nimmt man sich genau eine Minute Zeit. Konkret stellt man sich die Frage, ob man Einfluss auf das Problem hat. Ja? Prima, dann kann man es lösen. Nein? Dann kann man sich entweder weiter ängstigen oder abwarten, was passiert, und dann das Beste daraus machen.

6. Dankbar sein!

Manchmal vergisst man, was man alles hat und kann. Dabei lässt sich das an fünf Fingern abzählen. Der Daumen steht für eine Stärke, für die Sie dankbar sind. Der Zeigefinger für etwas in Ihrem Umfeld. Der Mittelfinger für etwas, das Sie gern machen. Der Ringfinger symbolisiert Dankbarkeit für einen lieben Menschen und der kleine Finger für die kleinen Freuden des Lebens.

Frank Rebmann ist Stärkentrainer (www.staerkentrainer.de) und hat bis heute mehr als 10.000 Führungskräfte und Mitarbeiter trainiert, 1000 Lehrkräfte geschult und 300 Coaches und Trainer ausgebildet. Auch viele Apothekenteams profitieren von seinem Wissen. Seine Schwerpunkte sind Führungskräftetraining, Change Management, Kundenservice im digitalen Zeitalter und Teamentwicklung. Frank Rebmann ist Autor des Buches: Der Stärken-Code. Die eigenen Talente entschlüsseln, erkennen und weiterentwickeln.