img - 2020-10-21_Früh erkennen, erfolgreich behandeln (1)

Brustkrebs geht alle etwas an

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Jährlich erkranken in Deutschland 70.000 Frauen. Die Therapien sind zwar kürzer und schonender geworden, die Lebensqualität währenddessen ist gestiegen, aber dennoch kämpfen viele Betroffene und Angehörige mit der seelischen Belastung, Nebenwirkungen der Therapie und den Folgen der Krankheit.

Pink Ribbon - eine Initiative geht um die Welt
Brustkrebs geht alle an. Davon ist die Organisation „Pink Ribbon” überzeugt. Weltweit ist die rosa Schleife mittlerweile ein Symbol für den Kampf gegen den Brustkrebs, Aufklärung und Selbsthilfe.
GEHE widmet dem Thema Frauengesundheit/Brustkrebs mit der großzügigen Unterstützung der Industriepartner ein 36-seitiges gesund leben-Magazin und startet zudem eine umfangreiche Informationskampagne für die Mitarbeiter. Genau wie aktuell bei der Corona-Pandemie ist Prävention in diesem Bereich besonders wichtig.

Brustkrebs ist mit 70.000 Neuerkrankten pro Jahr die häufigste Krebsart bei Frauen. Rein statistisch gesehen erhalten die meisten die Diagnose im Alter von 64 Jahren. Doch auch jüngere Frauen sind betroffen. „Als mir der Arzt erklärte, dass ich einen Tumor in der rechten Brust habe, habe ich sofort angefangen zu weinen. Ich hatte mit einer kleinen Zyste gerechnet“, erinnert sich Kirsten Späth. Die heute 43-Jährige gilt mittlerweile als geheilt. Doch fast ein Jahr Therapie mit Höhen und Tiefen, Hoffen und Bangen liegen hinter ihr. Jetzt sagt sie: „Man muss Zeit und Geduld mitbringen, aber nach der Behandlung ist man wieder gesund“. Die Statistik zeigt aber auch: Für rund 18.000 Frauen gibt es keine Heilung. Gefährlich ist nicht der Tumor selbst, sondern seine Streuung in den Körper. Deshalb ist Früherkennung und Aufklärung so elementar. Dafür setzt sich auch GEHE ein und widmet dem Thema „Brustkrebs” zusammen mit der Initiative „Pink Ribbon” (siehe Infokasten oben) zahlreiche Veranstaltungen in den Niederlassungen.

Auslöser noch unklar
Was der Auslöser dafür ist, dass von 100.000 Frauen in Deutschland rund 168 pro Jahr an Brustkrebs erkranken, ist medizinisch noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben lediglich einige Risikofaktoren nachweisen können. Dazu gehören Übergewicht, zu wenig Bewegung, Rauchen und zu viel Alkohol. Wer beispielsweise jeden Tag 100 Gramm Alkohol trinkt, erhöht damit sein Brustkrebs-Risiko um 270 Prozent. Auch eine familiäre Vorbelastung kann die Wahrscheinlichkeit, selbst zu erkranken, erhöhen. Was im Körper bei einer Erkrankung abläuft, ist indes gut dokumentiert. Die Veränderung des Erbgutes einer einzigen Zelle ist dabei der entscheidende Schritt von einer normalen Zelle zu einer bösartigen Tumorzelle. Diese führt dazu, dass diese Zelle ihre natürliche Teilungshemmung verliert und sich ungehindert vermehrt. Am Ende bilden viele Millionen Zellen eine Geschwulst. Die Frage „Warum habe ausgerechnet ich Krebs, was habe ich falsch gemacht?“, sollte man sich nicht stellen. „An Brustkrebs zu erkranken, ist keine Frage der Schuld oder des falschen
Handels“, betont die Deutsche Krebshilfe.

Wer erkrankt, sieht seine Brüste plötzlich mit anderen Augen. Als Sorgenkind und Problemfall, der krank macht und Unheil bringt. Ganz neutral betrachtet, ist die weibliche Brust aber nach wie vor ein Wunderwerk der Natur, das in der Lage ist, ein Kind mit Muttermilch bestmöglich zu versorgen. Jeden Monat zeigt sich aufs Neue, wie sehr sich die Brüste auf diese Aufgabe vorbereiten und wie fein aufeinander abgestimmte Mechanismen ineinandergreifen. Die Veränderungen der Brust während des monatlichen Zyklus hängen mit wechselnden Hormonspiegeln zusammen. Östrogen und Gestagen sorgen beispielsweise dafür, dass die Brust vermehrt Wasser einlagert, stärker durchblutet wird und sich dadurch verfestigt. Die Brustdrüsen schwellen an und vermehren die Zahl ihrer Zellen. Das Ziel: den Körper auf eine eventuelle Schwangerschaft und die folgende Milchproduktion vorzubereiten. Wichtig zu wissen: Durch das Wechselspiel der Hormone können die Brüste im Laufe der Jahre knotig werden. Diese Knoten sind kein Brustkrebs. Sie bestehen aus Bindegewebe und kleinen Zysten und sind vor der Monatsblutung am stärksten ausgeprägt. Meistens verschwinden sie mit den Wechseljahren.

Blinde ertasten Knoten
Gynäkologen empfehlen ihren Patientinnen, sich nicht nur auf regelmäßige Check-ups beim Arzt zu verlassen, sondern ihre Brüste selbst abzutasten. Darüber hinaus gibt es ein weiteres Angebot, das ungewöhnliche Wege geht. Bei der Initiative „discovering hands“, ein Kooperationsprojekt von Pink Ribbon, werden blinde und sehbehinderte Frauen in neun Monaten zu sogenannten Medizinisch-Taktilen Untersucherinnen (MTUs) ausgebildet und im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung eingesetzt. Mit ihrer besonderen Tastfähigkeit erkennen sie rund 30 Prozent mehr Gewebsveränderungen als Ärzte. Sogar sehr kleine Veränderungen der Brust. Die Untersuchung dauert zwischen 30 und 60 Minuten und findet unter ärztlicher Verantwortung statt. Das Ergebnis der Untersuchung wird im Anschluss mit dem Arzt oder der Ärztin besprochen.

Für alles gilt: Je früher die Krebskrankheit entdeckt und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Wer familiär vorbelastet ist, kann sich beispielsweise in einem der 17 Zentren beraten lassen, in denen interdisziplinäre Ärzteteams und Wissenschaftler ratsuchende Familien betreuen. Initiiert wurden sie von der Deutschen Krebshilfe. In den Zentren wird das individuelle Krebsrisiko ermittelt und durch gendiagnostische Maßnahmen genauer festgelegt. Die universitären Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs arbeiten eng mit regionalen, ausgewiesenen Brust- und Krebszentren zusammen. Doch wie erkennt man selbst eine mögliche Erkrankung? Ärzte empfehlen, auf folgende Punkte zu achten. Hat sich eine Brust vom Umfang, in der Form oder Lage verändert? Sieht die Haut anders aus oder zeigt unklare Rötungen? Zieht sich die Brustwarze ein, sondert Flüssigkeiten ab oder wölbt sich die Brust vor? Dann können das erste Alarmzeichen sein. Hinzu kommen Knoten, die man in einer Brust, um den Warzenhof oder in den Achselhöhlen ertastet hat sowie ein unerklärlicher Gewichtsverlust. Oft jedoch findet ein Arzt auch für diese Symptome eine harmlose Ursache. Deshalb ist eine Abklärung so wichtig. Aber auch wenn ein bösartiger Tumor festgestellt werden sollte: Ärztliche Hilfe kann in frühen Stadien Brustkrebs heilen. Die Therapien sind immer kürzer und schonender geworden und gehen mit weniger Nebenwirkungen einher. Eine kleine Erleichterung für die Betroffenen.

Früherkennung ist enorm wichtig
Abtasten, Ultraschall und Mammographie – jede Untersuchung hat nur ein Ziel: Einen Tumor möglichst früh erkennen, damit man ihn gut behandeln kann.

Abtasten
Beim Abtasten der Brüste sollte man auf sichtbare Veränderungen wie Knoten, Schwellungen, Rötungen sowie Einziehungen der Brustwarzen achten. Ist eine Brust größer? Beim Heben der Arme sollten sich beide Brüste mitbewegen. Man tastet die rechte Brust mit der linken Hand ab und umgekehrt. Schlüsselbeine und Achseln nicht vergessen.
Mammographie
Bei der Mammographie werden die Brüste geröntgt. Dabei steht die Patientin aufrecht vor dem Röntgengerät, jeweils eine Brust wird zwischen zwei Aufnahmeplatten gelegt. Das kann manchmal etwas kneifen, garantiert aber ein genaueres Untersuchungsergebnis. Wurde jede Brust in zwei Richtungen abgebildet, ist die Mammographie beendet.
Ultraschall
Wenn das Röntgen einen unklaren Befund geliefert hat oder ein familiär bedingtes höheres Brustkrebsrisiko besteht, kann die Mammographie durch eine Ultraschalluntersuchung ergänzt werden. Auch die Magnetresonanztomographie (MRT) kann helfen, das Gewebe in den Brüsten noch detaillierter in den Blick zu nehmen. Beide Verfahren sind schmerzfrei.