2HM-Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages

GEHE zu 2HM-Vorschlägen: 96 Cent ja, 0,53 % nein

Stuttgart, 11. Dezember 2018 – Morgen befasst sich der Ausschuss für Wirtschaft und Energie im Bundestag mit dem 2HM-Gutachten „Ermittlung der Erforderlichkeit und des Ausmaßes von Änderungen der in der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) geregelten Preise“. Das Gutachten schlägt in Bezug auf die Großhandelsvergütung vor, den Festzuschlag von heute 70 Cent auf 96 Cent zu erhöhen und den variablen Zuschlag von 3,15 Prozent – bezogen auf den Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmens – auf 0,53 Prozent abzusenken.

2HM-Vorschläge: Ertragsverlust von mehr als 50 Mio. Euro für GEHE
Die Kosten im pharmazeutischen Großhandel sind in der Vergangenheit gestiegen und steigen auch in Zukunft. Die wesentlichen Gründe: erhöhte Anforderungen an den Betrieb durch die EU-Leitlinien zur guten Vertriebspraxis und der EU-Fälschungsschutzrichtlinie, die stetige Zunahme von handlingsintensiven Arzneimitteln (bspw. Kühlartikel oder Betäubungsmittel) und hochpreisigen Arzneimitteln sowie die ständige Zunahme der Anzahl der mittlerweile 27.300 Rabattverträge. GEHE unterstützt daher den Vorschlag des 2HM-Gutachtens, den Festzuschlag beim Pharmagroßhandel auf 96 Cent pro Packung zu erhöhen.

Der Argumentation des Gutachtens in Bezug auf die Anpassung des variablen Anteils widerspricht der Stuttgarter Großhändler jedoch ausdrücklich. Dr. Peter Schreiner, Vorsitzender der GEHE-Geschäftsführung, dazu: „Eine Kürzung des variablen Zuschlags würde für GEHE in der Gesamtberechnung zu einem Ertragsverlust von mehr als 50 Millionen Euro pro Jahr führen. Für uns ist unverständlich, warum das Gutachten weder Abschreibungen als Kosten noch Gewinn als Vergütung für unternehmerisches Risiko berücksichtigt. Darüber hinaus würde die Absenkung des rabattfähigen variablen Zuschlags auch unmittelbaren Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Apotheken haben.“

Krankenkassenreserven auf Höchststand, Großhandelsmarge am Tiefpunkt
GEHE fordert die Politik auf, die Großhandelsvergütung an die signifikant steigenden Kosten und sinkenden Margen anzupassen, um die bedarfsgerechte flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln auch weiterhin sicherzustellen. „Es kann nicht sein, dass wir als Großhändler seit Jahren die finanziell Leidtragenden sind, während die Reserven der Krankenkassen mittlerweile den Höchststand von mehr als 21 Milliarden Euro erreicht haben“, so Schreiner weiter. Bereits im September hatte GEHE in einem Brief an die Politik auf den Tiefpunkt bei der Großhandelsmarge hingewiesen, der durch das rasante Wachstum hochpreisiger Arzneimittel bedingt ist.

GEHE fordert: 96 Cent Festzuschlag + 3,15 % variabler Zuschlag
GEHE bekräftigt daher die Forderung aus ihrem politischen Whitepaper in Richtung der Politik: So erforderlich eine Erhöhung des Festzuschlags auf 96 Cent ist, so dringend muss der derzeitige variable Zuschlag in Höhe von 3,15 Prozent erhalten bleiben.



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