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Maßnahmen gegen Lieferengpässe - Aufstockung der Arzneimittelreserve: Wirkungslose Maßnahme mit millionenschweren Mehrkosten

Stuttgart, 28. Januar 2020 – GEHE begrüßt die aktuellen Diskussionen und Anstrengungen der Politik gegen Lieferengpässe. Maßnahmen, die Apotheken in ihrem Alltag entlasten und Patienten eine bessere Arzneimittelversorgung gewährleisten, unterstützt GEHE nach Kräften. Hierzu zählt die in der Diskussion stehende Einrichtung eines Beirats beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zum Monitoring von Lieferengpässen. Auch ein zentrales Register, in dem alle Akteure der Arzneimittellieferkette Informationen zu Arzneimittelengpässen melden, würde für mehr Transparenz im aktuellen System sorgen und wird von GEHE unterstützt. In der aktuellen politischen Debatte kommt jedoch auch die Forderung auf, gesetzlich festgeschriebene Reserven von ausgewählten Arzneimitteln von aktuell zwei Wochen auf vier bzw. sechs Wochen aufzustocken. Der vollversorgende pharmazeutische Großhändler GEHE attestiert dieser Forderung vor allem eines: Wirkungslosigkeit. Denn Arzneimittel, die knapp sind, können auch von GEHE nicht beschafft und der Lagerbestand damit auch nicht angehoben werden. Zudem würde diese wirkungslose Maßnahme eine unverhältnismäßige Mehrbelastung in Millionenhöhe bedeuten.

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GEHE begrüßt engere Zusammenarbeit aller Akteure sowie Einrichtung eines zentralen Lieferengpass-Registers
GEHE hält den Vorschlag, einen Beirat beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einzurichten, für sinnvoll. Auch bietet GEHE Unterstützung bei der Übersendung von Lagerbestandsdaten an das BfArM an. Denn die Bündelung von Expertise sowie gesammelte Datenmeldungen können einen Beitrag zur Analyse von Lieferengpässen leisten. Dabei bekräftigt GEHE die PHAGRO-Forderung, dass alle Akteure der Arzneimittellieferkette in die Abfrage von Bestands- und Absatzdaten einbezogen werden sollten, um eine lückenlose und somit valide Datenbasis zur Einschätzung der Versorgungslage zu schaffen.

Aufstockung der Arzneimittelreserve: Wirkungslose Maßnahme mit millionenschweren Mehrkosten
Schon heute gewährleistet GEHE als vollversorgender pharmazeutischer Großhändler die im Arzneimittelgesetz (§ 52b) vorgeschriebene Lagerhaltungen. Die gesetzliche Regelung besagt, dass vorzuhaltende Arzneimittel mindestens dem durchschnittlichen Bedarf für zwei Wochen entsprechen müssen. Eine verlängerte Vorratshaltung würde Lieferengpässen jedoch nicht entgegenwirken. Der Grund: Derzeit listet das BfArM 530 Wirkstoffe bzw. ca. 34.000 Handelsformen als versorgungsrelevant ein. Davon sind rund 28.000 Rx-Arzneimittel. Eine umfänglich präventive Bevorratung aller versorgungsrelevanten Arzneimittel bei Eingliederung in den Geschäftsbetrieb ist angesichts dieser enormen Menge schlicht unrealistisch. Die Investitionskosten hierfür lägen im mehrstelligen Millionenbereich, ohne dabei die drastisch höheren Betriebskosten zu berücksichtigen. Darüber hinaus prognostiziert GEHE-Chef Schreiner durch eine verlängerte Vorratshaltung sogar negative Effekte für die Patienten: „Sollte es zu einer Bevorratung auf behördliche Anordnung bei drohendem oder bestehendem Lieferengpass kommen, würde diese aufgrund mangelnder Lieferfähigkeit der Hersteller ins Leere laufen. Darüber hinaus würden bereits erste Hinweise über drohende Lieferengpässe zu Hamsterkäufen bei den Marktakteuren führen und somit absolut kontraproduktiv wirken. Die Folge:
Dringend benötigte Arzneimittel wären nicht dort verfügbar, wo sie vom Patienten akut benötigt werden.“

8 der Top 10 defekten Arzneimittel stehen unter Rabattvertrag: GEHE fordert qualitative Kriterien bei der Vergabe
Eine GEHE-Auswertung aus dem Dezember 2019 belegt den Zusammenhang zwischen Rabattverträgen und Lieferengpässen: Von den zehn am häufigsten beim Großhändler nachgefragten defekten Arzneimitteln befinden sich acht unter Rabattvertrag stehende Generika. Um Lieferengpässe in Zukunft wirkungsvoll zu verringern, muss neben mehr Transparenz die Systematik der Rabattverträge verändert und damit eine wesentliche Ursache von Lieferengpässen angegangen werden. Dazu würde zählen, bei der Vergabe der Rabattverträge zunehmend qualitative Aspekte stärker zu gewichten. So sollten bei der Vergabe von Rabattverträgen zukünftig Hersteller mit unterschiedlichen Wirkstofflieferanten berücksichtigt werden. Darüber hinaus ist die Politik gefordert, die Wirkstoffproduktion in Europa zu fördern.

Über GEHE

Das pharmazeutische Großhandelsunternehmen GEHE Pharma Handel GmbH ist ein Tochterunternehmen von McKesson Europe. Aus 18 Niederlassungen beliefert GEHE täglich bundesweit Apotheken mit Arzneimitteln und trägt damit zur sicheren Arzneimittelversorgung in Deutschland bei. Über die Apotheken-Kooperation gesund leben, die mit 2.100 Mitgliedern und rund 60 Industriepartnern stärkste Apotheken-Kooperation Deutschlands, unterstützt der Stuttgarter Pharmahändler seine Kunden mit Dienstleistungen im Apothekenmanagement und -marketing.

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