Public Affairs

img - Positionspapier

GEHE engagiert sich für gesundheitspolitische Themen. Dabei setzen wir als pharmazeutischer Großhändler auf den konstruktiven Austausch mit politischen Entscheidungsträgern sowie einer Vielzahl von Interessengruppen und Organisationen. GEHE veröffentlicht proaktiv politische Whitepaper, Pressemitteilungen und weitergehende Informationen, um Transparenz in der Zusammenarbeit mit Stakeholdern und Entscheidungsträgern zu gewährleisten.

Jeden Tag aufs Neue stellt GEHE in Zusammenarbeit mit den Apotheken vor Ort sowie den pharmazeutischen Herstellern sicher, dass alle Patientinnen und Patienten ihre Arzneimittel erhalten, wann und wo sie sie benötigen. Damit diese qualitativ hochwertige, flächendeckende und effiziente Versorgung aller Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln auch in Zukunft erfolgen kann, hat GEHE bereits zum zweiten Mal politischen Forderungen in einem sogenannten politischen Whitepaper zusammengefasst.

Politisches Whitepaper 2019

Die voranschreitende Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens wird flankiert von einer Reihe von Gesetzesvorhaben. Damit alle – vor allem die Patienten – von den Chancen der Digitalisierung profitieren, fordert GEHE den Gesetzgeber in einem Whitepaper zum Thema Digitalisierung auf, sechs zentrale Forderungen für den Apothekenmarkt umzusetzen:

eRezept: freie Apothekenwahl als Grundvoraussetzung

  • GEHE begrüßt die Einführung des eRezepts ausdrücklich.
  • Es bedarf gesetzlicher Regelungen, damit Patient auch weiterhin selbst entscheiden kann, wo und wie er sein eRezept nach Erhalt der Verschreibung einlöst.
  • Kommerzialisierung des eRezepts muss vermeiden werden: Patienten müssen jederzeit die Wahlfreiheit haben (betrifft Arzt und Apotheke)
  • Jedwede Versuche einer Steuerung des Patienten oder des elektronischen Rezeptes vonseiten einzelner Leistungserbringer und/oder -träger müssen auch für das eRezept gesetzlich unterbunden werden.
  • Nur so kann sichergestellt werden, dass nicht auf Kosten der Wahlfreiheit Geschäftsmodelle entwickelt werden, mit denen Patienten zu bestimmten Leistungserbringern gelenkt oder Rezepte gesteuert werden.

Interoperabilität der Systeme

  • In der Vergangenheit erfolgte Konzentration beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien auf einzelne Einheiten oder Sektoren hat zu einer Vielzahl von Systemen geführt, die nicht oder nur unzureichend miteinander vernetzt sind.
  • Dies hat zur Folge, dass in Arztpraxen, Krankenhäusern und Apotheken vorliegende Informationen an anderer Stelle – wenn überhaupt – nur mit erheblichen Aufwänden elektronisch übermittelt und weiterverarbeitet werden können.
  • Um beim eRezept Insellösungen zu verhindern, muss gesetzlich sichergestellt werden, dass marktoffene Modelle mit standardisierten Übertragungswegen und offenen Schnittstellen geschaffen werden.
  • Benötigt werden interoperable Lösungen. Dies muss durch klare Vorgaben der gematik geregelt werden.
  • Die gematik muss dabei die Zulassung der Komponenten und Dienste im Rahmen der Telematikinfrastruktur übernehmen. Ziel muss es sein, dass standardisierte Schnittstellen definiert werden, und zertifizierte bzw. zugelassene Endnutzerlösungen im freien und offenen Wettbewerb größtmöglichen Nutzen für den Patienten stiften.

Datenschutz darf nicht über dem Patientenwohl stehen

  • Innovative Technologien im Gesundheitswesen bedeuten neben den vielen Vorteilen, dass sensible Daten für immer mehr Akteure sichtbar werden können.
  • Der Patient muss eigenständig entscheiden dürfen, welche persönlichen Gesundheitsdaten er wem, wie lange und in welchem Umfang zur Verfügung stellt.
  • Wenn datenschutzrechtliche Bedenken in unverhältnismäßiger Art und Weise dem gesundheitlichen Wohl der Patienten entgegenstehen, sind neue Regelungen erforderlich.
  • Durch vernetzte Bereitstellung von Patienten- und Behandlungsinformationen kann die Patientensicherheit erhöht und Fehler vermieden, Mehrfachuntersuchungen bzw. Fehlbehandlung verhindert oder Wechselwirkungen von Arzneimitteln vorgebeugt werden.
  • Dabei ist immer vorausgesetzt, dass der Patient aktiv in den Datenzugriff eingewilligt hat.

Qualität der Arzneimitteldistribution muss auch bei digitalen Modellen regelmäßig überprüft werden

  • Im Zeitalter der Digitalisierung haben sich viele Menschen daran gewöhnt, dass sie ihre im Internet bestellten Waren nach Hause geliefert bekommen.
  • Dass die Apothekenbetriebsordnung vom Gesetzgeber kürzlich angepasst wurde, indem der Botendienst zur Regelleistung aufgewertet wurde und einheitliche Bedingungen bei Temperaturanforderungen bei der Lieferung von Arzneimitteln gelten, ist im Sinne der Patienten und der Vor-Ort-Apotheken.
  • Dabei muss sichergestellt werden, dass für alle Vertriebsstufen, die Arzneimittel distribuieren, sowohl die gleichen regulatorischen als auch vollzugsrechtlichen Maßstäbe gelten.

Vorbereitung der Gesundheitsakteure auf die Digitalisierung bereits in der Ausbildung

  • Die Digitalisierung verändert die Rollen der Gesundheitsakteure – auch die der Apotheker und deren Teams.
  • Um adäquat auf die neuen Informationstechnologien im Gesundheits- und Apothekenwesen vorbereitet zu werden, müssen bereits während der Ausbildung bzw. des Studiums die Grundlagen hierfür vermittelt werden.
  • Der Gesetzgeber muss daher regeln, dass die Lehrpläne innerhalb der Approbationsordnung für die Ausbildung von Apothekern, die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (APrVPTA) für pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) und die Berufsbildungsordnung für pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) dementsprechend angepasst und in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden.

Schnelles, breitbandiges Internet ist der Schlüssel für den digitalen Fortschritt

  • E-Health-Anwendungen und deren flächendeckender Einsatz sind auf eine entsprechend leistungsfähige digitale Infrastruktur zur Datenübertragung angewiesen.
  • Von der Bestellung der Arzneimittel beim Hersteller oder von Apotheken bei GEHE, der Arzneimittelüberprüfung im Rahmen von securPharm, der Verwaltung der Lagerbestände bis zur Distribution der Medikamente: Für all diese Prozesse werden innerhalb von Sekunden zum Teil große Datenmengen verarbeitet und versendet, wofür eine leistungsstarke Internet-Verbindung zwingend erforderlich ist.
  • Der Gesetzgeber muss daher regeln, dass der flächendeckende Breitbandausbau bereits vor 2025 erfolgt. Glasfaserleitungen sowie der zukünftige mobile Standard 5G müssen in Deutschland bundesweit Standard werden.

Hier gelangen Sie zum vollständigen Whitepaper Digitalisierung.

Politisches Whitepaper 2018

Bereits im August 2018 hat GEHE seine politischen Forderungen zum Großhandelshonorar in einem politischen Whitepaper zusammengefasst. Dieses enthielt folgende politische Kernforderungen:

Anpassung der Vergütung des pharmazeutischen Großhandels durch Änderung der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV)

  • Erhöhung des Festzuschlags von 70 auf 96 Cent pro Packung.
  • rechtssichere Fixierung des Festzuschlags als Reaktion auf das BGH-Urteil, indem in der AMPreisV klargestellt wird, dass eine Gewährung von Rabatten durch den pharmazeutischen Großhandel nur bis zur Höhe des gesetzlich festgelegten Höchstzuschlags von 3,15 Prozent auf den Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers möglich ist. Der rabattfähige Höchstzuschlag soll dagegen weiterhin einen Spielraum bei der Preisgestaltung gegenüber den Apotheken gewährleisten, insbesondere für Funktionsrabatte.
  • Beibehaltung der Höhe des Höchstzuschlags von 3,15 Prozent auf den Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmens, bei einer Deckelung auf 37,80 Euro für Arzneimittel ab 1.200 Euro. 
  • Einführung einer jährlichen dynamisierten Anpassung des Festzuschlages. Die Anpassung muss dabei an die Kostenentwicklung des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels bei wirtschaftlicher Betriebsführung angepasst werden.

Einführung einer Informationspflicht über abgeschlossene Rabattverträge

  • spätestens drei Monate vor Vertragsbeginn bzw. vor Ablauf eines Rabattvertrages müssen Krankenkassen der GEHE die auf die Pharmazentralnummer (PZN) bezogenen Informationen für die betroffenen Arzneimittel zukommen lassen. Das bedeutet auch, dass die Hersteller rechtzeitig alle benötigten Informationen an die Informationsstelle für Arzneimittelspezialitäten (IFA) senden müssen.
  • spätestens zwei Monate vor Vertragsbeginn bzw. vor Ablauf eines Rabattvertrages müssen Krankenkassen der GEHE Daten über die zu erwartende Nachfrage bzw. über den zu erwartenden Absatzrückgang beim Auslauf eines Rabattvertrages zukommen lassen.
  • spätestens zwei Monate vor Vertragsbeginn müssen Hersteller ausreichende Mengen der Rabattvertragsarzneimittel bereitstellen, damit GEHE ihren Bestand kontinuierlich aufbauen und die Apotheken pünktlich beliefern kann.
  • entstehende Kosten bei dem pharmazeutischen Großhandel durch verspätete Meldungen müssen durch die Krankenkasse finanziell kompensiert werden, die die Verzögerung zu vertreten hat. 

Aufrechterhaltung einer schnellen und sicheren Verfügbarkeit von Arzneimitteln

  • eine gesetzliche Festlegung der Belieferungsfrequenzen von Apotheken durch den pharmazeutischen Großhandel ist nicht sinnvoll. Es muss GEHE als pharmazeutischem Großhandel überlassen bleiben, Arzneimittel in den darauf ausgelegten Lagern vorrätig zu halten und nach eigenem, der individuellen Situation angepasstem Ermessen sicherzustellen, dass alle Apotheken und damit die Patientinnen und Patienten die benötigten Arzneimittel schnellstmöglich und bedarfsgerecht erhalten. Diese für die Versorgung elementaren Leistungen müssen in der Großhandelsvergütung jedoch nachhaltig berücksichtigt werden.

Hier gelangen Sie zum vollständigen politischen Whitepaper.

Hier finden Sie eine Übersicht zu den für den Apothekenmarkt relevanten Gesetzen.

Ansprechpartnerin

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Manuela-Andrea Pohl
Leiterin Public Affairs

Telefon: +49 152 900 52 677
E-Mail: manuela-andrea.pohl@gehe.de